Mar 052015
 

 » Für Humanität, Frieden und Freiheit verantwortungsbewusst handeln« . Der deutscheText.

Ernstàl'expo

Le patient travail conceptuel, d’hommes et de femmes droits commence à porter des fruits en Allemagne : une nouvelle façon de penser émerge timidement dans certains groupes de la population et trouve la force de se présenter publiquement, avec un certain espoir de réussite.

Je voudrais contribuer à ce que l’impuissance muette des justes se transforme en paroles claires  de vérité, d’éclairage et de connaissance.

A la suite du « Saint empire germanique de nation allemande », l’empire allemand de 1871, la 1ère guerre mondiale, la République de Weimar, l’époque nazie, la division de l’Allemagne pendant la guerre froide ont marqué, dans l’histoire récente,  les rapports de force en Allemagne ; la psychologie des peuples, leur conscience, leur subconscient, la spiritualité et la conscience des individus, les thèses et les pratiques de l’économie néolibérale ont profondément été marqués par le quadrige de la Peur, de la Culpabilité, de la Souffrance et de la Mort.

Le sujet, les lieux et les dates de l’exposition offriront l’opportunité de présenter de façon exemplaire, au-delà des régions et nations, des hommes et des femmes qui, mus par un humanisme profond, agirent avec sincérité et responsabilité.

Si l’on tient compte de l’efficacité et de la portée de la résistance, au III° Reich elle ne fut pas le fait des castes au pouvoir, ni de l’administration ni des élites du système. Les résistants se trouvaient surtout parmi ceux qui à contre-courant avaient gardé le courage, de l’humanisme et l’amour, donc parmi les gens humbles, communs. En conséquence la résistance eut des facettes multiples.

La nouvelle façon de penser perceptible actuellement et ma propre vie de 1945 à aujourd’hui, m’ont motivé à participer à cette exposition par deux modules. Les témoins oculaires sont irremplaçables.

Seul celui qui a vécu intensément, est à même de comprendre ;

Celui qui a un vécu, peut le rapporter ;

Celui qui a observé, peut le décrire ;

Seul celui qui est ému profondément, peut saisir ;

Celui qui est touché, est capable d’empathie ;

Celui qui est bouleversé, ressent de la compassion ;

Les souffrances, la culpabilité, la mort, la peur et la puissance peuvent être sublimées en progrès humains comme l’humanisme, la responsabilité, la dignité, la vérité et la équité. C’est précisément cette voie à laquelle on ne peut renoncer et qu’on doit poursuivre. C’est la voie vers la paix, l’amour et le sens.

L’homme est ce qu’il est par la cause qu’il épouse, et il devient humain en se donnant à l’autre.

Ernst Knöß

Traduction par nos amis de l’Association d’Amitié Franco-Allemande de St Gilles – Présidente Ulrike Huet

IN DEUTSCH

Fév 282015
 
"Against the Tide" at the Jewish Museum in Frankfurt

« Against the Tide » at the Jewish Museum in Frankfurt

Notre ami Marc Schindler-Bondiguel, professeur d’histoire-géographie au lycée Chateaubriand à Rennes, a accompagné avec ses collègues de la section bi-nationale (AbiBac) 47 élèves de la classe de Première pour participer à la traduction de l’exposition « A contre Courant. »
Unser Freund Marc Schindler-Bondiguel, Geschichts-und Geografielehrer am Lycée Chateaubriand in Rennes, hat mit seinen Kollegen und 47 Schuelern der Première-Klasse der (binationalen) AbiBac-Sektion an der Uebersetzung der Ausstellung « À contre Courant » teilgenommen.

 » Erklären, was geschehen ist, um die Welt von heute besser zu verstehen, und um vielleicht sogar die Welt von morgen besser mitzugestalten. Das ist der Sinn der „Geschichte“. Selten geht es dabei jedoch um das Individuum, um die „kleine Geschichte“. Diese kommt oft nicht vor, zum Beispiel wenn die „große Geschichte“ so unsagbar erdrückend und bedrückend ist wie die Periode des Nationalsozialismus in Deutschland und seiner Herrschaft in Europa. Die Ausstellung „Gegen den Strom“ verbindet die kleine und die große Geschichte auf wundersame Weise. Allgemein und schulisch, wie auch persönlich.

Seit langer Zeit wird der zutreffende Umstand, dass nur wenige Deutsche Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet haben, damit erklärt, dass es ein „Widerstand ohne das Volk“ war. Die überwiegende Mehrheit der deutschen Gesellschaft hat zwischen 1933 und 1945 loyal zum NS-System gestanden, darin einen Sinn gefunden, davon profitiert. So unterschiedliche Gruppen wie bekennende Christen, organisierte Arbeiter (ob Sozialdemokraten oder Kommunisten), engagierte humanistische Studenten oder wertkonservative Militärs, die gegen das System opponierten, befanden sich in der Minderheit. Dieser gemeinsam organisierte, politische Widerstand, der die Beseitigung des Unrechtssystems und die Beendigung des Krieges zum Ziel hatte, sollte wenig Erfolgschancen haben angesichts eines äußerst effizienten Dispositivs der Repression und Verfolgung. Menschen in Deutschland, die in dieser Zeit nicht mit dem politischen und sozialen Geschehen einverstanden waren, blieben auf sich selbst zurückgeworfen, alleine. Oft, wie in einer menschenarmen Wüste, blieben ihnen als Individuen „nur“ ihr Gewissen, ihr Menschsein, ihre grundsätzlichen Werte. Keine Vergewisserung durch Andere, keine Möglichkeit, ihrer Empörung und ihrer Opposition öffentlich und gemeinsam mit anderen Menschen Ausdruck zu verleihen. Jede individuelle Äußerung einer Resistenz konnte das Schlimmste bedeuten.

Die Menschen, die verfolgten Juden Schutz boten und versuchten, deren Leben zu retten, handelten aus vielen, individuell unterschiedlichen Gründen: aus Gewissensfragen, aus christlicher Nächstenliebe, aus Freundschaft, aus ideologischer Überzeugung,  aus Liebe, aus Loyalität…. Die Ausstellung „Gegen den Strom“ zeigt Geschichten von Menschen „wie Du und Ich“, die eine universelle Aussage und dadurch einen unschätzbaren Wert haben. Wie verhält sich der Mensch, wenn er mit Unrecht, mit dem Unerträglichen konfrontiert ist? Wieviel Mut braucht es? Was hält ihn davon ab? Was ist eigentlich menschlich, wo liegen die Grenzen der Menschlichkeit?

Als das Projekt „Gegen den Strom“ an uns herangetragen wurde, hat mich diese zutiefst menschliche Dimension der Ausstellung sofort angesprochen. Zusammen mit meinen Kollegen waren wir uns schnell und intuitiv einig, dass in ihr ein großer Lern- und Erkenntnisgewinn für unsere Schüler und für  uns Selbst liegen könnte, der weit über das reine Geschichtswissen hinausgeht.

Dieses Projekt erweitert unseren allgemeinen wie auch persönlichen Blick in die Geschichte. Es zeigt, welche oppositionellen Handlungsmöglichkeiten ganz normale Menschen in der deutschen Gesellschaft zwischen 1933 und 1945 hatten. Und eben diese Frage stellt sich in Deutschland in vielen Familien. Es ist der Ort, an dem die kleine auf die große Geschichte trifft.

In deutschen Familien weiß man oft nicht, inwiefern Groß- und Urgroßeltern dem NS-Regime zugestimmt haben und ob sie aktive Täter waren. Die erste und vor allem die zweite Generation der nach dem Krieg Geborenen kennen häufig Geschichten von Opas und Uropas, die gute Menschen gewesen sind und den Kindern in Russland und in Frankreich Schokolode geschenkt haben. Einmal nachgefragt war die Antwort oft: Wir haben von alledem Nichts gewusst. Mulmig, unangenehm oder peinlich konnte es aber dennoch werden, wenn es vorkam, dass die mitunter liebevollen Großeltern verächtlich von dem einen oder anderen „dreckigen Juden“ im Ort sprachen. Kinder haben ein besonderes Gespür für solche (emotionalen) Widersprüche. Andere Männer der Familie nutzten Geburtstage, um den Kindern im Spielzimmer von ihren virilen (und oft sadistischen) Kriegsgeschichten zu berichten. Dies passierte im Kinderzimmer, denn in Deutschland nach 1968 war es unmöglich geworden, diese „Heldentaten“ öffentlich oder gar im Kreise der versammelten Erwachsenen kund zu tun. Private Nachforschungen konnten ergeben, dass Urgroßväter keine normalen Soldaten waren, sondern in der Totenkopfdivision der Waffen-SS ihren Dienst versahen. Ist es möglich, dass diese Männer gute Menschen waren und den Kindern Schokolade geschenkt haben?  Lokale „Geschichtswerkstätten“ (eine zivilgesellschaftliche Bewegung der 1980ger Jahre zur Förderung der Alltagsgeschichte oder auch „Geschichte von unten“, in der Historiker, Studenten und Laien zusammen die lokale Geschichte erforschten) gelang es, ein klares Bild zu zeichnen: Juden wurden in der Regel öffentlich vom Marktplatz und vom Bahnhof aus in Konzentrationslager deportiert. Hatten die Großeltern wirklich nichts gesehen und nichts gewusst? Handelte es sich also um Verdrängung, Selbstschutz oder gar Vertuschung? Manchmal gab es, wenn auch selten, Dissonanzen. Hakte man nach, dann konnte es einen Bruder der Urgroßmutter geben, der schon vor dem Krieg viel Mut bewiesen hat und im Krieg mit allen Mitteln versuchte, ein aufrechter Mensch zu bleiben….

Als „rein“ deutsche Geschichte zeigt die Verstrickung der kleinen mit der großen Geschichte zweierlei. Sie zeigt erstens, dass wir oft nicht in der Lage sind, über die individuelle Verstrickung der Einzelnen zu urteilen. Es ist schwer, gar unmöglich auf Fragen wie „Wie hätten wir uns in einer solchen Situation verhalten, wieviel hätten wir gewusst, was hätten wir gemacht?“ eine Antwort zu finden.

Sie zeigt zweitens, und in diesem Punkt gibt es eine Gemeinsamkeit mit der Ausstellung „Gegen den Strom“, dass die Menschen in einem „totalen“ Unrechtssystem und im Krieg wahrscheinlich mehr als einmal mit Situationen konfrontiert waren, in denen sie sich für oder gegen Etwas entscheiden mussten. Was sagt mir mein Gewissen? Ist das was geschieht, ist das was ich sehe, mit meinem Gewissen vereinbar? Welche Werte habe ich?

In der Ausstellung „Gegen den Strom“ finden wir viele Beispiele dafür: Die Geschichten der Menschen, die verfolgten Juden Schutz boten und versuchten, deren Leben zu retten, zeigen, dass mutige Menschen eine ganz individuelle Verantwortung für sich und andere übernommen haben. Und dies oft ganz still. Sie sind einmal als „stille Helden“ bezeichnet worden.

Die Ausstellung „Gegen den Strom“ zeigt, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus für Deutschland und für die Deutschen keine Frage der Schuld sein können, sondern eine Frage der Verantwortung sind.

Ich hoffe, dass dieses Projekt einen kleinen Teil dazu beitragen kann, dass Menschen, insbesondere der jungen Generation, sich verantwortlich fühlen und verantwortlich handeln. Vor der Geschichte, im Heute und in der Zukunft. »

Marc Schindler-Bondiguel

Professeur d’histoire-géographie en section AbiBac, Lycée Chateaubriand Rennes

Fév 212015
 

GER-0178-13 Hollander-Lafon Cover RZ.inddIn Birkenau winkte eine Sterbende mich zu sich hin. Sie öffnete ihre Hand. Darin lagen vier Stückchen verschimmeltes Brot. “Nimm”, hauchte sie. “Du bist jung. Du musst leben. Du musst das bezeugen, das aller hier. Damit es nie wieder geschieht, nirgendwo. »
Ich habe diese vier Stückchen Brot genommen. Ich habe sie gegessen, vor ihren Augen. Ich has in ihren Augen, dass sie gütig war – und dass sie sich aufgegeben hatte. Ich war sehr jung. Es war fast zu viel für mich, was sie mir gegeben – und damit aufgetraben – hatte.
Lange Zeit hatte ich dieses Erlebnis vergessen.

1978 behauptete der französische Journalist, militante Antisemit and rechtsextreme Politiker Darquier de Pellepoix : “In Auschwitz wurden nur Läuse vergast.” Die Empörung über diese perverse Behauptung legte meine Erinnerung an jenes Erlebnis frei. Ich sah wieder das Gesicht dieser Frau. Ich konnte nicht länger schweigen.

Auftritte in der Öffentlichkeit sind mir eine Last. Aber ich muss das auf mich nehmen – nicht als “ Pflicht gegen das Vergessen”, sondern als Treue zur Erinnerung an jene Frauen and Männer, die vor meinen Augen ausgerlöscht wurden.

Als ich abtransportiert wurde, war ich sechzeln Jahre alt. Ich war unter den ungarischen Juden eine der ganz wenigen Zurückgekehrten.
Ich blieb verschont.
Ich bin am Leben.
Ich habe Ja zu meinem Leben gesagt.
Es ist für mich völlig klar, dass diese Todeserinnerung in ein Ja zum Leben verwandelt werden musste. Ich habe begriffen : Frieden wird nur sein, wenn jeder von uns Freude an seinem Leben gewinnt oder windergewinnt.
Bedachtsam blättere ich im Buch meines Lebens. Es enthält leere Seiten, vergilbte, verblasste und stille, die darauf warten, gelesen zu werden.
Das Morgen liegt un meinen Händen.

Mein Gedächtnis war eingefroren.
In einem langen Prozess der Verarbeitung ist es aufgetaut.
Heute werden meine Tage von den leuchtenden Farben des Herbstes erhellt. »

Magda HOLLANDER LAFON, Vier Stücken Brot.
Original title of the French first edition: Magda Hollander-Lafon; Quatre petits bouts de pain, Des ténèbres à la joie © Éditions Albin Michel, Paris, 2012
© German translation, 2013 by adeo Verlag in der Gerth Medien GmbH, Asslar, a division of Verlagsgruppe Random House GmbH, Munich, Translation: Michael Kogon; reprinted by kind permission of the publisher

Magda als Kind einer jüdischen Familie in Zahony, Ungarn, geboren.
Im April 1944 wurde sie mit 16 Jahren ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. 350 000 ungarischen Juden wurden dort sofort nach ihrer Ankunft umgebracht, darunter auch Magdas Mutter und ihre Schwester. Sie selbst überlebte, studierte und wurde Kinderpsychologin. 1950 in Brüssel christlich getauft, empfindet sie sich gleichzeitig aber auch wie vor als Jüdin. Sie hat vier Kinder und elf Enkelkinder.

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Fév 122015
 

Martin Niemöller« Lorsque les nazis vinrent chercher les communistes,
je me suis tu, je n’étais pas communiste.

Lorsqu’ils ont enfermé les sociaux-démocrates,
je me suis tu, je n’étais pas social-démocrate.

Lorsqu’ils sont venus chercher les juifs,
je me suis tu, je n’étais pas juif.

Lorsqu’ils sont venus chercher les catholiques,
je me suis tu, je n’étais pas catholique.

Lorsqu’ils sont venus me chercher,
il n’y avait plus personne pour protester. »

Pasteur allemand M.NIEMOLLER, résistant au nazisme

La Gestapo interna ce pasteur au camp de concentration à Sachsenhausen d’abord puis à Dachau.

Fév 042015
 

« Le projet de traduction de la langue allemande dans la langue française de l’exposition Gegen den Strom (A contre-courant), présentée au Musée juif de Francfort en 2012, est un projet-citoyen européen. Mais la proposition d’Ernst Knöss via l’association rennaise Vivre en paix ensemble va plus loin.

En contribuant à la publication française de l’exposition, dans leur langue natale à partir de la maîtrise de la langue allemande, les jeunes lycéennes et lycéens, accompagnés par leurs enseignants de langue allemande et d’Histoire-Géographie, nous rappellent que la traduction n’est pas un exercice technique mais culturel et sert de pont entre les uns et les autres.

Il s’agit de reconnaître la solidarité et l’aide envers les Juifs persécutés à Francfort et dans le land de la Hesse pendant la période nazie ; de reconnaître des gestes et des actes de femmes et d’hommes d’Allemagne, au risque de leur vie. Voilà une ouverture : il y a eu des formes de résistance individuelle et collective et des mains tendues alors même que le système totalitaire nazi contrôlait la société allemande.

Plus encore, le projet est l’opportunité pour les jeunes filles et garçons de comprendre que le lien à l’autre est un aspect essentiel et constitutif de notre propre personne, de soi. Au-delà des lignes de force de l’histoire enseignée, ces jeunes qui ont accepté la proposition de la traduction nous emmènent dans des plis mémoriels et nous font prendre conscience que, tout autant que la banalité du mal, la banalité du bien n’est pas à sous-estimer. L’humaine condition est ici mise en perspective à travers des lieux et des temps : notre fragilité est l’essence même de notre respect de l’autre. Nous avons toujours tous besoin, jeunes et moins jeunes, de nous souvenir de cet espoir. Pour nous enseignants, il s’agit sans doute alors d’enseigner à vivre, vivre dans ce que cela peut avoir de mieux. »

Gilles OLLIVIER, Enseignant d’Histoire-Géographie, Lycée Chateaubriand, Rennes

Gilles et notre ami Marc SCHINDLER, également professeur au lycée Chateaubriand, ont mis en valeur les actes de résistance allemande face au nazisme au travers de liste de documents.

En 2012, Gilles Ollivier, avec ses élèves de Première littéraire du lycée Chateaubriand à Rennes, a mené un travail de mémoire remarquable sur le camp d’internement des nomades de Rennes  (1940- 1945).